Nebraska

Sa. 15.05., 19:30 Uhr, Theater Oberhausen
Die Fleischfabrik hat bereits dicht gemacht und auch beim großen Autobauer bleibt das Werkstor demnächst geschlossen. Die Zukunft: ein riesiges Fragezeichen am nebligen Horizont. Gähnende Leere vor der Haustür. Also verwenden Mary und Max ihre Jugend, anstatt sie zu verschwenden, und brechen auf in Richtung Sehnsucht. Ihrem Untergang und dem der Sonne entgegen. Mit nichts als vier rollenden Reifen unterm Sitz, dem Traum vom besseren Leben im Herzen und dem Sound von Bruce Springsteen in den Ohren: „Born to Run“. So gerade die Highways, auf denen sie dahingleiten, so verschlungen der Krimi, in den sich das junge Paar verstrickt, so schräg die Menschen, die ihm begegnen. Sie heißen Kitty, Joe, Hank und Johnny und erzeugen allesamt das Gefühl, sie in etlichen B-Movies schon mal gesehen zu haben. In der Tradition von John Steinbeck oder Mark Twain erzählt Wolfram Höll von den Verlierer*innen unserer Gesellschaft auf der Jagd nach dem Hauptgewinn. Den Mythos des „American Dream“ verwandelt er in einen poetischen Rausch, der das glitzernde Heilsversprechen des Kapitalismus mit dem Schmutz des Alltags konfrontiert. [weiterlesen]